Mein Leben

Ich habe gerade in einem Forum gelesen, in welchem ein User meint, dass Pädophilie durch ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit entstehen kann. Da dachte ich an mein eigenes traumatisches Erlebnis.

Vorab einige Informationen zu meiner Kindheit:
Meine Eltern haben sich geschieden als ich 4 Jahre alt war. Sie haben bis zu diesem Zeitpunkt zusammen gelebt. Mein Vater ist manisch-depressiv, laut Aussage seiner Mutter, meiner Oma. Meine Mutter hat sich 10 Jahre einigermaßen gut um mich gekümmert. An Materie hat es nicht gemangelt. Was Liebe und Geborgenheit betrifft war es wohl eher der deutsche Standard, sprich es reicht um ohne Trauma davon zu kommen. Meine Mutter war in meiner Kindheit die einzigste Bezugsperson.

Alles Begann mit dem 29.12.2000, als meine Mutter das erste Date mit ihrem jetzigen Freund hatte. Einen Tag zuvor hatte ich Geburtstag, ich wurde 11. Ab da an wurde die Beziehung zwischen meiner Mutter und ihrem Freund immer stärker. Sie ging an jedem freien Wochenende(jedes zweite Wochenende) zu ihrem Freund. An dem anderen Wochenende war sie arbeiten und hatte auch nach der Arbeit nicht so viel Zeit für mich. Irgendwann gabs ne Atempause für mich, denn Sie waren zerstritten. Aber nach max. 2 Monaten gings wieder los und diesmal wars noch viel schlimmer für mich. Meine Mutter hatte sich so gewandelt, ich hab ihr auch ständig gesagt wie sehr es schmerzt, wenn sie weggeht. Diese Schlampe hat mich aber nur kurz getröstet und mich dann ignoriert. Jedes Mal wenn sie ging, also jedes Wochenende, war ich so traurig und verzweifelt als ob ein guter Freund gestorben wäre. Das können sich wahrscheinlich nur die wenigsten vorstellen. Ein Boylover der sich um mich gekümmert hätte, wäre in dieser Zeit sicher ideal gewesen, aber es sollte nicht sein.

Irgendwann mit 12 hatte ich mich langsam an diese fehlende Liebe gewöhnt. Meine Trauer verschwandt, vielmehr wandelte sie sich um in Wut. Ich hasste meine Mutter. Die Hemmschwelle sie zu schlagen viel immer mehr, außerdem wurde ich kräftiger. Irgendwann hat meine Mutter die Schläge, Beleidigungen und Erniedrigungen nicht mehr ausgehalten. Sie meldete sich beim Jugendamt.

Nach vielen Stunden mit etlichen Therapeuten, Sozialarbeitern und bei Helferkonferenzen beim Jugendamt kam ich mit 14 in eine betreute WG. Dort bemerkte ich meine Pädophilie immer mehr. Mit 14 und 15 fand ich Jungs einfach nur voll süß und dachte das wäre noch halbwegs normal. Mit 16 kam der Punkt, wo ich meine Pädophilie realisierte und Jungs auch sexuell attraktiv fand. Ich wurde nach und nach immer paranoider. Ich hatte Angst, dass jemand meine Pädophilie bemerkt. Mit der Zeit legte sich auch die Paranoia. Mit 18 bekam ich meine eigene Wohnung und hatte endlich unbegrenzten Internetzugang und ausreichend Privatsphäre, fand das Jungsforum, später das BL-net und traf mich mit anderen Boylovern. Ich fand mich selbst. Wurde mir bewusst, was es für mein Leben bedeutet Boylover zu sein. Jetzt bin ich 19 und habe Kontakt zu anderen Bl´s, habe nen Blog, kenne meine Ziele, weiß wie ich glücklich werden kann.
Die Zeit heilt alle Wunden.

Diese Gesellschaft, mit ihren Eltern, die sich einen Scheiß um ihre Kinder kümmern, kein Mitgefühl haben, ist Nährstoff für noch mehr Pädophilie. Die Kinder die man verlässt(die von ihren Eltern im Stich gelassen werden), werden möglicherweise pädophil. Pädophilie ist lediglich ein Werkzeug der Natur um Pädophilie möglichst nicht entstehen zu lassen. Denn Pädophile kümmern sich um Kinder, geben ihnen Geborgenheit, Liebe. So verhindern Sie, dass diese verlorenen Kinder nicht auch Pädophil werden.
Pädophilie ist eine natürliche Sache und es wird sie solange geben, wie es schlechte Eltern geben wird.

Dieser Blog ist eine Kampfansage an alle Pädo-Gegner. Diese Gesellschaft bekommt was sie verdient.


3 Antworten auf “Mein Leben”


  1. 1 s. 24. Januar 2009 um 19:51 Uhr

    Hallo,

    deine Offenheit ist beeindruckend, aber ich habe mit dem Text so meine Probleme.

    1. Man weiß nicht, wie sexuelle Orientierungen und Vorlieben entstehen. Das ist vermutlich ein sehr komplexer Vorgang, der bei jedem Menschen unterschiedlich abläuft. Zahlreiche Menschen, die traumatische Erlebnisse in ihrer Kindheit hatten (und ich meine, das sind so ziemlich alle Menschen), verlieben sich später nicht in Kinder. Pädophilie ist also mit Sicherheit kein „Werkzeug der Natur, um Pädophilie nicht entstehen zu lassen“. Zum Einen ist die Natur ja nichts, was bewusst Werkzeuge für irgendeinen Zweck benutzt, zum anderen bilden sich sexuelle Orientierungen in sozialen Zusammenhängen heraus, und es gibt, wie gesagt, keinen Automatismus dafür, dass traumatisierte Kinder mal „pädophil werden“.

    2. Wenn du sagst, dass eine kaputte Gesellschaft, in der Kinder keine Liebe von ihren Eltern bekommen, zu mehr Pädophilie führt, tust der der Pädophilie damit nicht unrecht? Ist das denn wirklich nur ein Auswuchs einer schlechten Welt? Ich glaube, man kann es sich nicht so einfach machen, und man sollte es auch nicht. Die erotische Liebe zu Kindern ist nichts schlechtes und auch nicht einfach Kosmetik der Natur.

    3. Ich kann mir ganz gut vorstellen, wie schlecht es dir damals ging, als du das Gefühl hattest, deine Mutter liebe dich nicht. Ich hatte damals oft Verlustängste, die zum Glück gegenstandslos blieben – nicht auszudenken, wenn ich meine Mutter tatsächlich verloren hätte, so wie du. Aber ich glaube nicht, dass du dich deshalb in Jungs verliebst.

    Na ja. Bin gespannt, was du hier noch so schreibst.

  2. 2 Greeny 29. Januar 2009 um 2:21 Uhr

    Erfreulich, dass noch jemand einen Blog zu diesem Thema startet, denn viele gibt es ja leider bisher nicht. Ich bin auch mal gespannt, was du hier noch so schreibst.

    Wie offen du über dein Leben schreibst, finde ich auch beeindruckend und mutig, den Kritikpunkten des vorherigen Kommentars bezüglich einiger deiner Thesen und Theorien kann ich mich jedoch anschließen.

    Ich kann mir zwar schon vorstellen, dass Kindheitstraumata Pädophilie auslösen können. Zumindest habe ich den Eindruck, dass es unter Boylovern mehr Leute mit einer eigenen Missbrauchsvergangenheit gibt, als rein statistisch zu erwarten wäre – wobei dies auch nur ein rein subjektiver Eindruck ist, da es keine sichere Datenlage dazu gibt, um handfeste Aussagen machen zu können. Auf jeden Fall gibt es aber auch viele (mich eingeschlossen), die nicht als Kind missbraucht worden sind, ja sogar ziemlich behütet aufgewachsen sind, trotzdem aber pädophil geworden sind. Ich denke, die menschliche Sexualität ist einfach ein zu komplexes Thema um allgemeine Aussagen zur Entstehung bestimmter Neigungen machen zu können. Oftmals wird es viele Ursachen und Gründe geben, vermutlich spielt dabei eine Mischung aus Biologie und Sozialisation eine Rolle.

    Ich finde zudem auch die Art und Weise, wie du die Natur personifizierst etwas merkwürdig. Die Natur ist ja keine Person, die bewusst Entscheidungen trifft. Ich halte da Pädophilie eher für ein zufälliges Nebenprodukt, wobei es natürlich stimmt, dass gerade Pädos auf Grund ihrer Neigung dazu prädestiniert sind vernachlässigten Kindern zu helfen.

    Wie auch immer, mal schauen, wie es mit deinem Blog weitergeht, ich wünsche dir viel Erfolg damit!

  3. 3 Sascha 24. August 2010 um 11:04 Uhr

    Ich halte auch nichts von der These, dass irgendwelche Kindheitstrauma Pädophilie auslösen könnten.

    Ich bin ja auch BL, und meine Kindheit wahr höchst unproblematisch. Von beiden Eltern geliebt.

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